| Wir
stellten diese Fragen nach der Ethik dieser Unterneh- mer separat an
die Geschäftsführung, an die Aufsichtsräte und an die
Betriebsräte.
Nun
ist ein Unternehmen ja bekanntlich gewinnorientiert. Und der Sinn und
Zweck der unternehmerischen Tätigkeit erschöpft sich im wesentlichen
im Gewinn, den der einzelne Mitarbeiter des Unternehmens der
Arbeiter und Ange- stellte genausogut wie der Geschäftsführer
oder der Inhaber bzw. der Aktionär aus diesem Unternehmen
zieht.
Von dieser Maxime aus gesehen gibt es jedoch keinen Unterschied zwischen
einem Unternehmen in einer Demo- kratie oder in einer Diktatur.
Doch
hat die Geschichte anhand des Dritten Reiches bewiesen, daß diese
Art gewinnorientierter Unternehmens- strategie ohne entsprechende
Berücksichtigung der natürlichen Menschenwürde
der Entstehung von Dikta- turen Vorschub leistet.
Archetypisch
sind hier die vielfältigen Beispiele einer aktiven Förderung
Hitlers und der nationalsozialistischen Partei im Dritten Reich durch
die Unternehmerverbände und die Großunternehmen oder auch
durch die Medien, wie z.B. Bertelsmann allen voran die Großbanken.
(*
Im Unterschied zu jenen gewaltfreien trickreichen Kolo- nialisierungsbestrebungen
der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der Deutschen Demokratischen
Republik unter dem heuchlerischen Motto Wiedervereinigung.)
Die
Untersuchungsberichte der Alliierten haben diesen Sachverhalt
zur Genüge
dokumentiert, und die Veröffent- lichungen beispielsweise des
Schriftstellers Hans-Magnus Enzensberger über die parasitische,
verbrecherische Funktion der Großbanken im Dritten Reich, gerade
auch bei der Verfolgung, Enteignung und Ermordung der Juden oder bei
der gewaltsamen Kolonialisierung anderer Staaten, haben diesen Sachverhalt
gegenüber
einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgemacht.
Gerade
nach diesen Erfahrungen aus der Zeit des Dritten Reiches ist es dem
einfachen Bürger einleuchtend, daß speziell in der Spitze
der Wirtschaft eine Sinnentwicklung im Bereich der Menschenwürde
und in diesem Zusammen- hang: ein Engagement zugunsten der demokratischen
Grundrechte des einzelnen Bürgers von höchster Bedeu- tung
sind.
Insofern
ist es nur zu verständlich, wenn sich nach den Erfahrungen des
Dritten Reiches mit der aktiven Betei- ligung der Spitzenkräfte
der deutschen Wirtschaft am Krieg und am Völkermord gerade
in der Zeit eines erneuten Wirtschaftswunders mit seiner
erneuten Problematik des so ausschließlichen Profitdenkens auf
Teufel komm raus wieder junge Menschen aktiv um die demokratischen
Grundwerte des Lebens bemühen und dabei speziell auch im Bereich
der Wirtschaft auf die Wichtigkeit der natürlichen Menschenwürde
aufmerksam machen und darüber hinaus sogar die Wirtschaft zu einer
aktiven Beteiligung bei der Sicherung der Grundrechte des Menschen aufrufen
wofür auch viele freie Unternehmer Verständnis zeigten
und dies auch klar in ihren Briefen gegenüber der WYMS äußerten.
Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte
unseren ersten Brief an die Unternehmer, in welchem wir unsere grundsätzlichen
Gedanken zugunsten eines FREIEN UNTERNEHMERTUMS geäußert
hatten, vollständig und ohne Kommentar in ihrer Zeitung abgedruckt
und dadurch auch die breite Öffentlichkeit mit diesen unseren demo- kratischen
Intentionen im Bereich der Wirtschaft bekannt gemacht. |